Geschichte - Wie alles begann
Gründung der AWG
Man schrieb das Jahr 1954. Die Kriegswirren waren zwar nicht vergessen, aber die Menschen beschäftigten sich mit dem Wiederaufbau. Langsam verschwanden auch die Lebensmittelkarten und andere Zuteilungen. Es sollte vorwärts gehen. In dieser Zeit fasste die damalige DDR-Regierung den Beschluss, die Wohnbedingungen für Mitarbeiter der Volkseigenen Betriebe zu verbessern. Die entsprechende Verordnung des Magistrates von Groß Berlin (6.1.1954) besagt, dass "es erforderlich ist, Arbeiterwohnungsbaugenossenschaften zu bilden und sie durch staatliche Hilfe zu fördern."
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 Die ersten Häuser unserer Genossenschaft in der Rohbauphase. |
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Die AWG erhielten zinslose Baukostenzuschüsse, die bis zu 85 % der Gesamtkosten betrugen. Die Betriebe, in denen die AWG-Mitglieder tätig waren, leisteten materielle und andere Hilfen. Die eigene Mitarbeit der Genossenschafter am Bau sowie der Erwerb von Genossenschaftsanteilen finanzierten den Rest. Das Baugelände stellten die Räte der Stadtbezirke unentgeltlich und unbefristet.
Allein von Juni bis Oktober 1954 erhöhte sich die Mitgliederzahl der AWG "FRIEDENSHORT" auf 87. In der Berliner Zeitung vom 28.1.1955 war zu lesen:
"Unsere Genossenschafter leisteten im Gründungsjahr allein 2.800 Stunden Erd- und andere Arbeiten im Wert von über 50.000 Mark. Mehr als 40 Genossenschafter erhielten dafür die Aufbaunadel des Nationalen Aufbauwerkes."
Diese günstigen Bedingungen führten dazu, dass sich kurzfristig viele der AWG's gründeten, so auch die AWG "FRIEDENSHORT" des Berliner Bauwesens. Der Ansturm auf die Genossenschaftswohnungen resultierte aus der sonst üblichen Wartezeit auf eine Wohnung von 8-10 Jahren. Diese betrug in der Genossenschaft 3 Jahre.
Den Wohnhäusern in Niederschönhausen folgten in den nächsten Jahren bei stetig steigender Genossenschaftszahl Bauten an Einzelstandorten in den Bezirken Mitte, Treptow und Lichtenberg und Weißensee, insgesamt 677 Wohnungen.
Losentscheidungen
1977 erreichten die 3.000 Genossenschaftsmitglieder aus dem Berliner Bauwesen die 4-Millionen-Mark-Grenze an Eigenleistungen. Damit führte "FRIEDENSHORT" unter den AWG Berlins. Die AWG "FRIEDENSHORT" hatte mit Hilfe des großen Trägerbetriebes VEB Kombinat Tiefbau Berlin von Beginn an die Nase vorn. Das sollte so bleiben - sie ist heute mit ihrem Wohnungsbestand eine der größten in Berlin.
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 ... und nach Fertigstellung |
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Wenn ein Haus der AWG bezugsfertig war, wurden die künftigen Mieter vor dem Haus zusammengenommen. Jeder zog ein Los und damit die Lage seiner neuen Wohnung im Haus. Damit von Anfang an unter den neuen Nachbarn alles klappte, wurde im Beisein des Genossenschaftsvorsitzenden gleich die Mitarbeit in der HGL festgelegt.
Alle HGL-Vorsitzenden nahmen an der l. Delegiertenkonferenz der AWG 1979 als Mietervertreter im "Marzahner Krug" teil. Unter Leitung der HGL leisteten die Hausgemeinschaften bis zur Wende unzählige Arbeitsstunden in der Grünanlagenpflege, Nachbarschaftshilfe, Ausführung von Kleinreparaturen und Hausreinigung. Diese Eigenleistungen schrieb die AWG den Hauskonten gut und so manches Fest der Hausbewohner wurde davon finanziert, Kinderfeste organisiert, Hausklubs ausgebaut und zum Teil jährlich auch ein Betrag an die Genossenschafter über die HGL ausgezahlt, der besonders in der Vorweihnachtszeit sehr willkommen war.
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