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Genossenschaften


Wohnungsgenossenschaften sind Wirtschaftsunternehmen

Genossenschaften sind Wirtschaftsunternehmen, die straff und gut organisiert sein müssen, damit sie konkurrenzfähig bleiben und am Markt Erfolg haben. Denn ohne wirtschaftlichen Erfolg nützt die beste Gesinnung nichts. Erfolg wird in der Wirtschaft an Renditen gemessen. Doch der Kapitalgewinn von Wohngenossenschaften besteht weniger in Zinsen. Unsere Renditen heißen: Besser gepflegte Wohnungen mit einem freundlichen Umfeld, eine gute Bausubstanz, die noch für unsere Enkel bewohnbar bleibt, Investitionen in eine gesicherte Wohnzukunft. Für dies braucht man Fachleute, beispielsweise Baufachleute, Finanzspezialisten, Organisationsprofis, Manager. Nur ganz kleine Genossenschaften können heute noch ehrenamtlich geführt werden.

Worum wir uns bemühen:
Den Alltag menschlicher zu verwalten, die Probleme unserer Mitglieder ernst zu nehmen, freundlich zu sein, Lösungen zu finden.


Selbsthilfe, Selbstverwaltung, Selbstverantwortung - das sind die 3 Säulen, auf denen das genossenschaftliche Denken aufgebaut ist. Dafür ist einst gekämpft worden. Es lohnt auch heute, darüber noch einmal nachzudenken. Denn längst haben sich neben diesen erhabenen Grundsätzen, um die in anderen Ländern dieser Erde noch gekämpft wird, andere entwickelt. Es gibt Kraft, die Nachbarschaft zu pflegen, denn auch Einsamkeit ist eine Not und Egoismus eine Krankheit unserer Zeit.


Was macht das Wohnen bei Genossenschaften so attraktiv?

Da ist zum einen die Tatsache, dass man als Mitglied einer Genossenschaft gewissermaßen "Mieter im eigenen Haus" ist. Das gibt nicht nur ein gutes Gefühl, sondern verschafft auch - außer man zahlt dauernd die Miete nicht oder demoliert die Wohnung - lebenslanges Wohnrecht. Das Genossenschaftsrecht schützt also das Wohnen besser als das normale Mietrecht. Andererseits aber kann das Genossenschaftsmitglied jederzeit seinen Mietvertrag kündigen und wenn es die Genossenschaft verlässt, bekommt es sein Geschäftsguthaben zurück.

Vor allem aber:
Wohnungen bei Genossenschaften sind keine Spekulationsobjekte. Das bedeutet wirtschaftlich angemessene Mieten, hohe Investitionen in den Neubau, in die Erhaltung, oft genug in Gemeinschaftseinrichtungen und in wohnreformerisches Planen und Bauen.


Geschichte der Wohnungsgenossenschaften

Das moderne Genossenschaftswesen entwickelte sich parallel zur Industrialisierung im vorigen Jahrhundert. So wurde die "Häuserbau-Genossenschaft Hamburg" gegründet, die der Baugenossenschaftsidee wichtige Impulse gab. Zu Beginn des Jahres 1870 gab es erst zwei weitere Wohnungsgenossenschaften in Breslau und in Darmstadt. Aber 1874 waren es bereits 52, auch in Mittel- und Ostdeutschland.

Der Grundgedanke des Genossenschaftswesens besagt, dass eine Summe von Individuen gemeinsam ein Ziel anstrebt, das zu erreichen der einzelne zu schwach ist. Das Hauptziel ist die wirtschaftliche Förderung der Mitglieder. Das schließt soziale und kulturelle Nebenziele nicht aus. Dieser Grundgedanke ist in § I des Genossenschaftsgesetzes festgeschrieben. Aus dem Förderungsprinzip folgt das Identitätsprinzip, nämlich die Doppelfunktion der Mitglieder als wirtschaftliche Träger der Genossenschaft einerseits und als Kunden ihrer Förderleistungen andererseits.


Die Entwicklung der Wohnungsgenossenschaften in Deutschland verlief stürmisch aufwärts, jeweils unterbrochen durch die Weltkriege und Inflationen. Nach der Überwindung des Nationalsozialismus nahm die Geschichte der Wohnungsgenossenschaften in West- und Ostdeutschland einen getrennten Verlauf. Die deutsche Einheit bietet nun die Gelegenheit, die unterschiedlichen Erfahrungen der letzten Jahrzehnte auszutauschen und den Genossenschaftsgedanken gemeinsam zu stärken.

Die Wohnungsgenossenschaften bieten ein breites Spektrum sozialer und regionaler Ausprägung. Zu den Förderern gehörten und gehören Personen aus Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft ebenso wie Arbeitervereine, Gesellenverbände und Mietervereine, Kommunen, Kirchen, Parteien und Gewerkschaften, private und öffentliche Unternehmen wie Bahn und Post. Die Wohnungsgenossenschaften einem bestimmten politischen oder weltanschaulichen Spektrum zuzuordnen, ist deshalb unsinnig.

In den alten Bundesländern waren 1990 ca. 1.200 Wohnungsgenossenschaften zusammengeschlossen, aus den neuen Ländern sind über 750 Genossenschaften dazu gestoßen. Heute sind ca. 2000 Wohnungsgenossenschaften mit über 2,8 Millionen Mitgliedern gemeinsam organisiert und bewirtschaften etwa 2,3 Millionen Wohnungen.



 
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